Edelsteine A bis Z

Das kleine Lexikon der Steine



Edelsteinschmuck

Gegenüber Metallschmuck hat Edelsteinschmuck seinen eigenen Reiz

Rubin, Saphir, Diamant, Granat, Amethyst... Solche edlen Steine, nämlich Edelsteine, waren in der Vergangenheit den reichen und mächtigen Familien aller Kulturen vorbehalten und das einfache Volk durfte sich lediglich an dem Anblick von Edelsteinschmuck an den geschmückten Personen dieser hohen Familien erfreuen und träumen...

Dies ist glücklicherweise heute nicht mehr so. Wenngleich nicht jede Frau ein Diamantencollier ihr eigen nennen darf, so kann sich doch fast jeder heute zumindest einen einfachen Schmuck mit Edel- oder Halbedelsteinen kaufen. Eingefasst in Gold, Silber und andere Edelmetalle werden sie in den Edelsteinhochburgen von fachkundigen Edelsteinschleifern aus ihrer Rohform befreit und in speziellen Arbeitsschritten zu glitzernden Kostbarkeiten verarbeitet. Der Rohstein wird facettiert um seine Farbe und Glanzkraft voll entfalten zu können.

Während die bekannten Edelsteine wie Diamant, Saphir, Rubin oder Smaragd zumeist in dieser Art verarbeitet werden, werden die Steine, welche früher auch als Halbedelsteine bezeichnet wurden, teilweise auch lediglich rund geschliffen oder auch getrommelt. Diese Art von Edelsteinen ist häufig nicht so hart, weniger transparent, dafür aber in einer unvergleichlichen natürlichen Farbvielfalt, dass sie wie für die Herstellung von Schmuck gemacht zu sein scheinen. Zu diesen Edelsteinen zählen Hämatit, Chrysokol, Amethyst, Aventurin, Sonnenstein, Jaspis und viele andere. Aus dieser Art von Edelsteinen entsteht ein einfacher und dennoch schöner Edelsteinschmuck, der aufgrund seiner Natürlichkeit ebenfalls einen Reiz darstellen kann. Manche Edelsteine besitzen sogar die Eigenschaft, dass sie durch eine entsprechende Bearbeitung mit Strahlung oder Brennen ihre natürliche Färbung dauerhaft verändern. Ein Beispiel dafür ist der Achat, der im Handel sogar in Farben wie einem kräftigen blau oder einem grellen pink erhältlich ist.

Nicht das Material an sich, sondern die Schleifkunst ist entscheidend

Natürlich können auch viele solcher Edelsteine zu einem feinen Edelsteinschmuck verarbeitet werden, indem er facettiert oder zu Perlen geschliffen wird. Dafür ist lediglich wichtig, dass der Edelstein einen bestimmten Härtegrad hat und aufgrund seiner Struktur geschliffen werden kann.

Generell werden Edelsteine wertvoller, je seltener sie auf der Erde zu finden sind. Auch der Härtegrad des Minerals, aus dem der Edelstein besteht, wirkt sich auf den materiellen Wert des Steins aus sowie bei vielen Edelsteinarten auch die Transparenz und die Steinfarbe. Als Diamanten wurden beispielsweise früher nur klare Steine angesehen, inzwischen jedoch kennt man eine Vielzahl von Farbnuancen dieses Edelsteins, welche entsprechend in einem Edelsteinschmuck verarbeitet wahre Kunstwerke darstellen.

Besonderer Beliebtheit erfreuen sich neben dem Edelsteinschmuck mit facettierten Edelsteinen auch Schmuckstücke in die ein Edelsteincabochon eingearbeitet ist. Dabei handelt es sich in der Regel um ein Schmuckstück, in dem ein Edelstein in rund geschliffener Form eingearbeitet ist.

Edelsteine von A - Z:


Achat
Geografie:
Der Achat wird heute hauptsächlich in Brasilien und Uruguay abgebaut.

Achat gehört zu der großen Familie der Quarze. Es handelt sich hierbei um einen Chalcedon, der sich in dünnen farbigen Schichten um einen Kristallknoten oder Fremdkörper abgelagert hat. Auffällig beim Achat ist seine schöne, streifige Zeichnung aufgrund der rhythmischen Kristallisation. Die Farbgebung, hervorgerufen durch eingelagerte Metalloxide, variiert von grauen, gelben, braunen bis gelegentlich auch grünen und blauen Varianten. Oft wird der in natürlicher Form eher blasse Achat künstlich nachgefärbt. Dies ist aufgrund seiner porösen Natur mit Hilfe von mineralischen Salzen oder organischen Farbstoffen leicht möglich.
Der Name wurde vom ersten Fundort, dem Fluss Achates in Sizilien abgeleitet.

Amethyst
Geografie:
Amethyste werden hauptsächlich in Brasilien, Uruguay, Madagaskar, Indien und Russland abgebaut.

Der Amethyst ist eine Varietät des Quarzes. Die violette Färbung wird durch die Einlagerung von Eisen hervorgerufen. Die ideale Amethyst-Farbe ist ein dunkles Violett. Generell weisen Amethyst-Kristalle nur in den Spitzen die kräftigste Farbe auf. Der Wert des Amethysten steigt mit zunehmender Farbdichte. Die meisten Exemplare zeigen jedoch nur eine mittlere Farbintensität und werden deshalb häufig bei hohen Temperaturen gebrannt, um so andere Farben (z. B. gelb oder orange) zu erhalten.
Sein Name leitet sich aus dem Griechischen ab und bedeutet soviel wie „nicht betrunken“. Der Legende nach schützt der Amethyst vor Trunkenheit.

Bergkristall
Geografie:
Bergkristall wird hauptsächlich in Brasilien, aber auch in den Alpen abgebaut.

Bergkristall ist reiner bzw. farbloser, oft auch weiß durchscheinender Quarz. Sein Wert steigt mit zunehmender Klarheit. Sehr begehrt sind aber auch Bergkristalle mit verschiedenen Einschlüssen.
Schon früh begeisterte der Bergkristall die Menschen. Lange Zeit glaubte man, dass es sich um versteinertes, klares Eis handelt. Oft wurde er als „Stein der Weisen“ bezeichnet, der für den rechten Durchblick sorgte.

Citrin
Geografie:
Die größten Vorkommen befinden sich heute in Brasilien, Madagaskar und Indien.
Citrin ist die gelb gefärbte Varietät des Quarzes. Seinen Namen verdankt er seiner Zitronenfarbe, die von intensivem Gelb über Gelborange bis Goldbraun reicht. Hierfür ist eingeschlossenes Eisenoxid oder Eisenhydroxid verantwortlich. Citrin wird oft künstlich durch Brennen von Amethyst hergestellt.

Fluorit
Geografie:
Große Fundstätten in China, Kanada, USA, Brasilien, aber auch in Europa (z. B. Deutschland)

Fluorit gehört zur Klasse der Halogenide. Es handelt sich hierbei um ein Calciumfluorid, das Calcium und Fluor im Verhältnis 1:2 enthält. Fluorit weist eine große Farbenvielfalt auf: neben durchsichtigen, farblosen Exemplaren gibt es z. B. auch gelben, rosaroten, grünen und blauen Fluorit.

Der Legende nach soll sich nach der biblischen Sintflut der Regenbogen in den Fluorit zurückgezogen haben, weshalb dieses Mineral nun in vielen Farben schillert. Im 18. Jahrhundert wurde die deutsche Bezeichnung „Flussspat“ geprägt. Dieser Name bezieht sich auf die Verwendung als Flussmittel in der Metallindustrie.

Hämatit
Geografie:
Hauptabbaustätten sind u. a. Brasilien, USA, Russland, Vorkommen gibt es auch in den Alpen.

Hämatit ist ein Eisenoxid und eines der wichtigsten und wertvollsten Eisenerze. Sein Name stammt aus dem Griechischen und bedeutet „blutig“. Auch im Deutschen wird er of Blutstein genannt, weil er beim Polieren die Schleifflüssigkeit mit seinem Schleifstaub rot färbt.

Bereits in frühester Zeit spielte Hämatit eine große Rolle. Im antiken Griechenland wurde er als göttliches Blut in den Adern der Erde verehrt. Die Ägypter legten ihren Toten Hämatit mit in den Sarkophag, um ihnen den Übergang in die Ewigkeit zu erleichtern.

Jaspis rot
Geografie:
Jaspis wird u. a. in Süd-Afrika und Brasilien abgebaut

Jaspis ist eine Varietät des Quarzes, der eine Menge an Fremdstoffen beinhaltet. Diese Fremdstoffe verleihen dem Jaspis seine verschiedenen Farben. So entsteht zum Beispiel der rote Jaspis durch Eisenoxid, während der gründe Jaspis seine Farbe durch Einschlüsse von Eisensilikat-Verbindungen erhält.
Jaspis war schon in der Antike sehr begehrt. Alte indische Lehren bezeichnen ihn als Mutter aller Edelsteine. Auch in der Bibel wird er als einer der Grundsteine der Stadt Jerusalem erwähnt. Der rote Jaspis ist ein besonders kraftvoller Stein und sollte in keiner Sammlung fehlen.

Rauchquarz
Geografie:
Die wichtigsten Lagerstätten in Brasilien, Madagaskar und Sri Lanka, aber auch in den Alpen

Rauchquarz (auch Morion genannt) ist eine häufig auftretende Varietät des Quarzes, der durch die charakteristische, durchscheinend rauchgraue bis braune Färbung gekennzeichnet ist. Diese Färbung entstand durch natürliche radioaktive Strahlung.

Rosenquarz
Geografie:
Er wird vor allem in Brasilien und Madagaskar abgebaut.

Rosenquarz ist eine Varietät des Quarzes. Er ist milchig-trüb bis durchscheinend und besitzt eine rosarote Färbung.
Quarz gehört zu den wichtigen Mineralien, die in der Kultur der Menschheit schon sehr früh große Bedeutung hatten. Der eher seltene Rosenquarz wurde schon im 3. Jahrhundert v. Chr. zur Herstellung von Siegeln verwendet. Da besonders durchscheinende Exemplare sehr begehrt waren, waren bereits die Römer in der Antike in der Lage, diesen Stein mit Hilfe von Glas zu imitieren.

Sodalith
Geografie:
Hauptfundstätten liegen u. a. in Brasilien, Nordamerika und Namibia. Auch Vorkommen in Deutschland

Sodalith ist ein Silicat und gehört zur Familie der Feldspatoide. Sein Name begründet sich mit dem hohen Natriumgehalt (Soda=Salz, Lithos=Stein). Die Kristalle sind im allgemeinen wenig durchscheinend, farblos, grau oder in seltenen Fällen auch blau. Die blau gefärbten Exemplare sind die begehrtesten.
Im Altertum galt er als Stein der Künstler. Er wurde von Sängern, Bildhauern, Malern und Dichtern als ständiger Begleiter geschätzt, da er die künstlerischen Fähigkeiten unterstützt. Diese Tradition hielt sich bis ins Mittelalter. In den darauf folgenden Jahrhunderten geriet der Sodalith ein wenig in Vergessenheit, ehe er im 19. Jahrhundert als Heil- und Schmuckstein wiederentdeckt wurde.












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